Kleines Kind sitzt mit einem Teddybär auf einer Holzbrücke
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In der Autonomiephase lernen die Kinder für das spätere Leben

Die Trotzphase – 5 Tipps für Eltern

  1. Warum trotzen Kinder
  2. 5 Tipps für die Trotzphase
    1. Tipp 1: Kommuniziere mit deinem Kind
    2. Tipp 2: Gib deinem Kind eine eingeschränkte Wahl
    3. Tipp 3: Bereite dein Kind auf Veränderung vor
    4. Tipp 4: Im Alltag Grundregeln festlegen
    5. Tipp 5: Fördere die Selbstständigkeit deines Kindes
  3. Buchtipps zum Thema Trotzphase/Autonomiephase
    1. Erziehungsratgeber für Eltern
    2. Bilderbücher für Kinder
  4. Nimm das Trotzverhalten deines Kindes nicht persönlich

Typischerweise um das zweite Lebensjahr herum startet die Trotzphase oder auch Autonomiephase genannt. Wer kennt nicht die gefürchtete Kassensituation im Supermarkt. Das Kind will unbedingt diese eine Sache mitnehmen. Mama oder Papa verweigert die Mitnahme und der Nachwuchs reagiert aus den Augen eines Erwachsenen vollkommen überzogen. Es bekommt einen Wutanfall und schmeißt sich auf den Boden. Auch Gewaltausbrüche der Kinder sind in diesem Alter nicht selten. Sie wissen in dem Moment der Wut nicht wohin mit ihren Gefühlen. Dies kann sich dementsprechend in Schlagen, Treten, Beißen, etc. äußern.

Kleines Mädchen mit einem rosa Pullover sitzt und schmollt
Alexander Dummer, Pexels
Kinder testen die eigenen Grenzen und die ihrer Bezugspersonen

Warum trotzen Kinder

Zuerst einmal lass dir gesagt sein, durch die Trotzphase geht jedes Kind. Diese Phase ist gut und wichtig für die emotionale Entwicklung der Kleinen. In der Autonomiephase entwickelt dein Kind sein „Ich“. Das Kind wird eigenständiger, bekommt einen eigenen Willen, erkennt seine eigenen Wünsche und fordert diese auch ein. Es testet die eigenen Grenzen aus und lernt gleichzeitig mit Frustration umzugehen.

Du musst in der Trotzphase nicht immer auf deinem Recht bestehen und hart bleiben. Wenn dein Kind dir gut erklären kann warum es sich gerade dies oder jenes wünscht, kannst du auch mal nachgeben. Das zeigt deinem Kind, dass du es mit seinen Wünschen und Bedürfnissen siehst. Es können Ausnahmen vorkommen. Wenn du mal nachgibst, heißt es nicht, dass du dein Kind zu einem kleinen Tyrannen erziehen wirst.

Kleines Kind weint auf dem Arm seines Vaters
Ba Phi, Pexels
Dein Kind muss erst lernen mit Frustration umzugehen

5 Tipps für die Trotzphase

Die Aussage: "Diese Zeit geht vorbei" hörst du bestimmt mindestens einmal in der Trotzphase, wenn du einen Ratschlag eines anteilnehmenden Mensch bekommst. Wir geben dir nachfolgend 5 Tipps, wie du mit deinem Kind zusammen durch diese stressige Zeit gehst.

Tipp 1: Kommuniziere mit deinem Kind

Natürlich sprichst du mit deinem Nachwuchs. Jedoch vergessen wir Erwachsenen im Alltag oft, Dinge zu benennen und zu erklären. Besprich die nächsten Schritte mit deinem Kind, um eine gewisse Planungssicherheit zu geben, denn Kleinkinder verstehen viele Dinge nicht, die um sie herum geschehen.

Tipp 2: Gib deinem Kind eine eingeschränkte Wahl

Dein Kind möchte in dieser Phase selbst entscheiden und das ist auch wichtig. Jedoch kann es schnell zu Überforderung kommen, wenn zu viel Freiraum innerhalb der Entscheidung gelassen wird. Beispielsweise kannst du deinem Kind zwei Hosen zeigen, aus denen es wählen kann, welche es anzieht.

Kleines Kind sitzt auf einer großen weißen Decke und ist in Gedanken
Tatiana Syrikova, Pexels
Rede viel mit deinem Kind und versuche zu erklären

Tipp 3: Bereite dein Kind auf Veränderung vor

Gib deinem Kind für eine Veränderung einen zeitlichen Rahmen. Du möchtest beispielsweise vom Spielplatz nach Hause gehen. Dein Kind kann besser darauf reagieren, wenn du frühzeitig Bescheid gibst, dass ihr bald nach Hause geht. Ihr könnt vereinbaren, dass dein Kind noch dreimal rutschen darf und ihr euch im Anschluss daran, auf den Rückweg macht. So kann dein Kind sich darauf vorbereiten, dass das Spielen gleich vorbei ist.

Tipp 4: Im Alltag Grundregeln festlegen

Ein Kind benötigt einen festen Rahmen, in dem es sich frei bewegen kann. Grundregeln helfen euch dabei, verschiedene Alltagssituationen besser zu meistern, in denen es zu Wutanfällen kommen könnte. Alle betreuenden Personen im Umfeld des Kindes sollten sich an diese Regeln halten, um dem Kind die benötigte Struktur zu geben. Auch Omas und Opas gehören zu diesem Personenkreis.

Tipp 5: Fördere die Selbstständigkeit deines Kindes

Durch zugewiesene Aufgaben, die dein Kind eigenständig bewältigt, wächst das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in sich selbst enorm. Versuche vorher Gefahren abzuschätzen und dein Kind, wenn nötig, zu unterstützen.

Mutter sitzt mit einem kleinen Kind auf der Fensterbank in einer Wohnung
Daria Shevtsova, Pexels
Du gehst mit deinem Kind gemeinsam durch diese Phase

Buchtipps zum Thema Trotzphase/Autonomiephase

Es gibt viele gute Sachbücher, die sich tiefergehend mit dem Themengebiet und der Kindsentwicklung beschäftigen. Nachfolgend haben wir dir zwei Erziehungsratgeber in Sachbuchform und zwei Kinderbücher zu der Trotzphase verlinkt. Das gemeinsame Lesen eines Kinderbuchs hilft deinem Kind beim Verstehen und ist gut geeignet um vergangene Wutausbrüche kindgerecht zu reflektieren.

Erziehungsratgeber für Eltern

Bilderbücher für Kinder

Kleines Kind liegt auf dem Boden und hat die Hände im Gesicht
Allan Mas, Pexels
Der nächste Wutanfall ist in der Trotzphase vorprogrammiert

Nimm das Trotzverhalten deines Kindes nicht persönlich

Es ist ein vollkommen normaler und natürlicher Entwicklungsschritt, der nichts mit deinen Fähigkeiten als Mutter oder Vater zu tun hat. Wenn du dein Kind mit seinen Bedürfnissen siehst und ernst nimmst, geht ihr gemeinsam durch diese Trotzphase. Nimm dir im Alltag kleine Auszeiten. Morgens eine Tasse Kaffee oder Tee alleine zu trinken und sich auf den bevorstehenden Tag vorzubereiten, hilft oft wahre Wunder. Deine ausgestrahlte Ruhe und Souveränität überträgt sich automatisch auf deinen Nachwuchs.

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